„Der Glaube muss stimmen“
Kraftvolle Stimmen, bekannte Melodien und gute Laune: Ja, genau das klingt nach einem Gospelchor. „Hier gibt es verschiedene Stile, beispielsweise den afrikanischen, teils mit recht schwermütigen bekannten Liedern wie Kumbaya my Lord. Ich bevorzuge den amerikanischen mit seinen frohen Klängen, der mehr nach Verkündigung klingt“, sagt Kerstin Prause. 2006 hat sie baseline gegründet, einen Oldenburger Gospelchor, der bis heute Bestand hat. Bereits in ihrer süddeutschen Heimat hat sie sich in der Kirche und der Musik engagiert, was sie auch an ihrem neuen Lebensmittelpunkt fortführen wollte. „Als Gemeinde hatte mir die Kreuzkirche sofort zugesagt. Und ich bekam Unterstützung, als ich einen eigenen Chor gründen wollte.“
Eine gute Entwicklung
Beim ersten Treffen hatte sie mit 20 Leuten gerechnet, gekommen sind 46. Nicht nur die Zahl der Sängerinnen und Sänger hat sich mittlerweile bei etwa 40 eingependelt, sondern auch das Orchester hat sich stetig entwickelt. Heute gehören dazu unter anderem Piano, Keyboard, E-Gitarre und E-Bass, Schlagzeug und manchmal auch eine Mundharmonika. Inzwischen mit dabei ist auch eine Tochter von Kerstin Prause, eines von vier Kindern der 48-Jährigen. Der Verein ist außerdem Mitglied im Niedersächsischen Chorverband, auch zwei CDs wurden bereits veröffentlicht.
Kerstin Prause selbst ist sowohl Solistin als auch Dirigentin. „Nach einem Konzert habe ich oftmals richtig heftigen Muskelkater“, so die 48-Jährige, die seit dem Jahr 2000 aufgrund eines nicht erkannten Bandscheibenvorfalls in ihrer Jugend auf einen Rollstuhl angewiesen ist. „Daher muss ich die Arme immer ziemlich in die Höhe recken, um gesehen zu werden, während ich die wichtigen Stellen anzeige.“
Eine frohe Botschaft
„Die Voraussetzung für baseline war mein Glaube. Das erwarte ich auch von den Mitgliedern des Vereins. Es ist egal, welcher Konfession sie angehören oder ob sie konfessionslos sind, aber sie müssen an das glauben, was sie singen. Nur so können sie dies auch transportieren und damit die Zuhörer berühren. Immerhin geht es ja um die Verkündigung der guten Nachricht, dass Jesus geboren worden ist.“ Grundsätzlich sind alle ehrenamtlich dabei, und auch die Konzerte selbst kosten keinen Eintritt. „Es soll jedem möglich sein, die frohe Botschaft zu hören.“
Freude an der Musik
Dass Singen in einem Chor einfach nur guttut, ist inzwischen vielen bekannt. Nicht nur das Trainieren der Stimme und das bewusste Atmen, sondern auch das Zusammenkommen in der Gemeinschaft empfinden viele als sehr erfüllend. Noch sehr gut kann sich Kerstin Prause an die großen Gospel-Festivals in den Weser-Ems-Hallen erinnern. „Das war eine fantastische Atmosphäre“. Große Konzerte von baseline gab es während der Corona-Pandemie allerdings nicht, lediglich ab und zu werden Gottesdienste musikalisch begleitet. „Aber im nächsten Jahr geht es wieder weiter.“
Zum Mitsingen
Und wer nun auf den Geschmack gekommen ist, sich aber im stillen Kämmerlein erst einmal selbst ausprobieren möchte, für den haben wir den Songtext des wohl berühmtesten Gospelsongs: Oh Happy Day.
Gospel-Konzerte in Oldenburg
Baseline: 11. März 2023, 20 Uhr, Kreuzkirche Oldenburg
Oldenburger Gospelchor Voices: 27. November 2022 (1. Advent), 17 Uhr, Kirche St. Josef in Oldenburg Bümmerstede
VON MELANIE JÜLISCH