Lamberti Magazin
2023
10/35

Der Innenstadt neue Perspektiven bieten

Seit vergangenem Jahr ist Christoph Baak 1. Vorsitzender des CMO – nachdem er diesen Posten schon einmal von 2011 bis 2014 innehatte. Als gebürtiger Oldenburger hängt sein Herz an der Stadt – mit allem, was in ihr geschieht. „Ich bin sowas von ein waschechter Oldenburger“, sagt der 57-Jährige schmunzelnd. „Die erste Erwähnung meiner Vorfahren in Oldenburger Kirchenbüchern lässt sich 1630 erstmals nachweisen.“ Sein Engagement für die Belange der Stadt ist für den freiberuflichen Werbeexperten selbstverständlich – genauso wie der Bummel durch die City.


Von Melanie Jülisch

Was macht die Oldenburger City zur Weihnachtszeit so attraktiv?

Erstmal, dass wir per se eine attraktive Innenstadt haben – trotz aller Probleme, die die letzten Jahre mit sich gebracht haben. Nach wie vor sind wir in der Region als Oberzentrum aber auch als Standort an sich attraktiv aufgestellt. Das merkt man gerade dann, wenn Menschen von außerhalb unsere Stadt besuchen: Sie sind einfach begeistert!  Einige Menschen neigen gerne dazu, die schlechteren Dinge zu sehen, aber am Ende haben wir eine ganz tolle Innenstadt – und natürlich gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Die Weihnachtsbeleuchtung ist wunderschön, und der Lamberti Markt ist ein wahrer Magnet – auch mit einer überregionalen Anziehungskraft. Die Menschen kommen wirklich von weit her angereist, beispielsweise aus Münster oder Osnabrück.

Aber Oldenburg ist ja nicht nur zur Weihnachtszeit einen Besuch wert. Was tut man, um die Stadt darüber hinaus attraktiv zu halten und vielleicht noch attraktiver zu machen?

Wir versuchen beispielsweise, das Thema Sauberkeit wieder und noch mehr in den Fokus zu setzen. Da gab es vor einiger Zeit durchaus kritische Stimmen, so auch das CMO, die sich dazu geäußert haben. Das hat geholfen: Jetzt bringen wir gemeinsam mit der Verwaltung das Thema nach vorne, ebenso das Thema Beleuchtung. Hier ist als nächster Schritt der Austausch defekter Laternen geplant. Immerhin, Sauberkeit und Beleuchtung prägen das gesamte Erscheinungsbild und gehen auch mit Sicherheitsgefühlen einher. Wir vom CMO können es mit vorantreiben und mit Ideen unterstützen, möglichst zügig umsetzen muss es letztendlich die Stadtverwaltung. Immerhin, von einer sauberen und sicheren Stadt profitiert Oldenburg das ganze Jahr über. Dafür ziehen wir alle an einem Strang.

Was lässt sich in puncto Leerstand sagen?

Teilweise ist dieser mit Blick auf die Eigentümerverhältnisse sicher auch strukturell bedingt. Einige Mietforderungen sind hier nicht immer der Zeit entsprechend. Stecken beispielsweise Anlagefonds dahinter, nehmen sie oft lieber Leerstände in Kauf, als dass sie die Gewerbeflächen billiger anbieten. Aber auch Familieneigentümer, die irgendwo in München oder im Ausland ohne Bezug zu Oldenburg sitzen, haben ihre Verwalter hier vor Ort, und die gehen dann ebenfalls nicht runter mit der Mietforderung. Das kann eine Stadt nicht beeinflussen. Andererseits gibt es Leerstände, wo wir selber aktiv sind und der Innenstadt neue Perspektiven bieten, beispielsweise durch Pop-up-Stores. Hier können wir mit Hilfe unseres großen Netzwerks ganz gut vermitteln. Ebenfalls sehr aktiv ist Innenstadtmanager Steffen Trawinski, den wir vom CMO ausdrücklich loben möchten, insbesondere auch für die gute Zusammenarbeit.

Aber es wird ja auch an einigen Stellen kräftig gebaut…

Das stimmt, auch wenn das erst einmal natürlich mit Einschränkungen für die Händler vor Ort verbunden ist. Am Ende aber kommt Leben in die Stadt, beispielsweise in der Haarenstraße, wo viele neue Wohnungen und Einzelhandel entstanden sind. Letztendlich muss man sagen: Jede Baustelle heißt Fortschritt. Das heißt, man will in die Stadt investieren, was immer ein gutes Zeichen ist. 

Thema Kinder: Ist hier noch mehr angedacht, um junge Familien in die Stadt zu locken?

Es gibt ja den Spielplatz vor den Schlosshöfen und im Sommer die Wasserspiele am Waffenplatz. Wir wohnen fast in der Innenstadt, daher sehen wir, dass diese Plätze sehr gut angenommen werden Aber sicher kann man es noch optimieren, daher wollen wir verstärkt schauen, dass die Aufenthaltsqualität für Familien noch attraktiver wird. Allerdings hängt dies auch ein bisschen von der Fläche ab. Beispielsweise müssen Feuerwehrzufahrten bestehen bleiben. Aber wir sind an dem Thema dran. Mein großer Appell an alle ist, dass das Glas immer halb voll und nicht halb leer sein sollte. Natürlich gibt es Probleme, aber wenn wir zusammen daran arbeiten, werden wir auch Lösungen finden. 

„Ich wünsche allen Oldenburgerinnen und Oldenburgern eine tolle Weihnachtszeit. Und dass sie ihren Einzelhandel in der Innenstadt nutzen und weniger online einkaufen. Nur, wenn sie ihre Händler vor Ort unterstützen, bleibt die Innenstadt auch attraktiv. Und so haben auch junge, neue Händler eine Zukunft in der Stadt. Wer auf den stationären Handel setzt, verknüpft den Einkauf auch mit einem Erlebnis – und dieses Weihnachtsgefühl gibt’s nicht am Computer, sondern nur in der Innenstadt.“