Für die einen ist Weihnachten die Zeit des opulenten Lichts, glitzernder Dekorationen und farbenfroher Geschenke. Für die anderen reicht ein schlichtes, aber stilvolles Ambiente, um in festliche Stimmung zu kommen.
Es gibt Menschen, die bereits im November ihre Wohnung in eine leuchtende Märchenlandschaft verwandeln, während andere auf dezente Lichterketten und ein schlichtes Gesteck setzen. Jedes Jahr stellt sich die Frage: Kitsch oder Minimalismus? Kleine persönliche Anmerkung: Ich bin Typ Opulenz.
Kitschige Weihnachten – Das Fest der Übertreibungen
Werfen wir zunächst einen Blick auf den kitschigen Weihnachtstypen. Für ihn kann es gar nicht genug sein: mehr Lichter, mehr Deko, mehr Farben! Das Haus blinkt und funkelt bereits aus der Ferne, der Vorgarten wird zur Kulisse für leuchtende Rentiere und meterhohe Schneemänner aus Plastik. Hier geht es nicht um Zurückhaltung – vielmehr ist die Weihnachtszeit eine Bühne für Kreativität und ein wenig Übertreibung.
Drinnen setzt sich dieses Bild fort: Überall glitzert es, und der Weihnachtsbaum wirkt wie ein gigantisches Schmuckstück. Kugeln in allen erdenklichen Farben hängen dicht an dicht, dazwischen blinken kleine Lichter, und die Spitze krönt ein riesiger Stern. Hier wird das Fest der Liebe zur Symphonie aus Farben, Formen und Lichtern. Manche empfinden dies als überladen, für andere ist es jedoch genau das, was Weihnachten ausmacht: Opulenz, Gemütlichkeit und das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen.
Beispiele für den Kitsch-Weihnachtstypen
Dieser Weihnachtstyp zeichnet sich durch üppige Dekorationen wie große Kränze, Girlanden und zahlreiche Lichter aus. Fensterbilder, Miniatur-Weihnachtswelten, glitzernde Weihnachtskugeln und Schneekugeln sind allgegenwärtig. Auch die Geschenke sind farbenfroh, groß und mit vielen Details verziert, oft schon vor Weihnachten als Teil der Dekoration sichtbar. Dieser Stil spiegelt den Wunsch wider, dem hektischen Alltag zu entfliehen und nostalgische Kindheitserinnerungen an die Magie und den Glanz des Fests wieder aufleben zu lassen.
Minimalistische Weihnachten – Weniger ist mehr
Und dann gibt es den minimalistischen Weihnachtstypen. Hier sieht das Bild ganz anders aus. Der Baum ist oft ein Naturbaum, vielleicht nur spärlich geschmückt mit schlichten, einfarbigen Kugeln und einer dezenten Lichterkette. Anstelle von farbenfrohen Paketen dominieren Geschenke in einfachem Packpapier, vielleicht mit einem schlichten Zweig verziert. Für diesen Typen steht das Wesentliche im Vordergrund: Ruhe, Klarheit und eine bewusste Reduzierung auf das, was wirklich zählt.
Während der kitschige Weihnachtstyp seine Dekorationen über Wochen hinweg mit Stolz präsentiert, wird hier eher auf die kurze, aber intensive Vorbereitungszeit gesetzt. Oft wird erst kurz vor Weihnachten dekoriert, und spätestens nach dem Fest verschwindet alles wieder schnell in den Kartons. Der minimalistische Weihnachtstyp ist oft ein sehr praktischer Mensch, der das Chaos des Alltags durch klare Strukturen und einfache Formen zu bändigen sucht – das zeigt sich auch in seiner Art, Weihnachten zu feiern.
Beispiele für den minimalistischen Weihnachtstypen
Statt üppiger Dekorationen setzen Minimalisten auf wenige, sorgfältig ausgewählte Stücke, wie schlichte Kerzen und einen einzelnen Tannenzweig, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Der Weihnachtsbaum bleibt ungeschmückt in seiner natürlichen Schönheit, während Geschenke schlicht verpackt und praktisch oder persönlich gewählt werden. Für viele ist dies auch ein Ausdruck von Nachhaltigkeit, indem Konsum und Abfall reduziert und der Fokus auf bewussten Genuss im Kreise der Liebsten gelegt wird. Weihnachten wird als Gelegenheit gesehen, dem Konsum zu entfliehen und die Stille der Feiertage zu schätzen.
Welche Art von Weihnachten soll gefeiert werden?
Letztlich ist die Frage, ob Sie eher zum kitschigen oder minimalistischen Weihnachtstypen gehören, nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Persönlichkeit. Menschen, die gerne ausgiebig dekorieren und sich in Farben und Formen verlieren, fühlen sich oft im hektischen Alltag von ihrer Kreativität abgeschnitten und nutzen die Weihnachtszeit, um diesem Drang nachzugehen. Für sie ist Kitsch ein Ausdruck von Lebensfreude, Fantasie und einem Hauch Nostalgie.
Der minimalistische Weihnachtstyp hingegen schätzt die Klarheit und Ruhe, die sich in der oft überladenen Vorweihnachtszeit nur schwer finden lässt. Für ihn ist Weihnachten eine Zeit der Besinnung, in der Ästhetik und Einfachheit eine wichtige Rolle spielen. Alles Überflüssige wird bewusst weggelassen, um Raum für das Wesentliche zu schaffen.
Von Andreas Unterberg